Niederleis

Die Ahnen der Familie Göstl sind seit Beginn der Kirchenbuchaufzeichnungen in Niederleis wohnhaft. Ebenso die Familien Riepel und Treidler. Um 1827 nach der Verehelichung von Joseph Göstl mit Theresia Riepel übersiedelt die Familie nach Nodendorf, auf den Hof der Riepels.

Wohnadressen: Niederleis 90, Niederleis 40, Niederleis 21, Niederleis 137,

Nodendorf 23, Nodendorf 11, Nodendorf 32.

 

Gegenwärtig gehören zur Pfarre Niederleis die Filialen Nodendorf, Kleinsitzendorf, Helfens und Pürstendorf. 

 

Hervorzuheben ist noch die gotische Festtagsmonstranz, die vom Bauer Michael Göstl aus Nodendorf im Jahr 1821 ausgeackert wurde. Sie trägt die Jahreszahlen 1506 und "renoviert 1653".

 

 

Die Pfarre Niederleis kann auf ein langjährige Geschichte zurückblicken. Bereits 1135 wird von einer „Pfarre Leize“ gesprochen (Greifensteiner Urkunde).

Im Jahre 1209 stiftete Pfarrer Hugo von Leis zum Grabe Herzog Heinrichs Jasomirgott in der Schottenkirche zu Wien ein „Ewiges Licht“.

Eine Veste zu Niederleis wird 1309 erwähnt, ebenso ein Geschlecht, das sich „de Leizze“ nennt. Nach der Mitte des 12. Jahrhunderts scheint dieses Geschlecht ausgestorben, und der Besitz wechselt in Folge häufig. Die Schweden, an die noch die Schwedenschanze am Buschberg erinnert, hatten Schloss und Siedlung derart verwüstet, dass die damaligen Besitzer, die Poppel von Lobkowitz, sie nicht mehr aufbauen wollten und die Herrschaft an das Stift Heiligenkreuz verkauften (1651), in dessen Besitz es bis 1867 blieb. In diesem Jahr trat Maximilian Graf Wallis als Käufer auf und nach dessen Sohn kam die Herrschaft an die Grafen Schaffgotsch, die auch heute noch Besitzer des Schlosses sind. In den letzten Jahrzehnten wurde das Schloss umfangreich renoviert und auch der historische Wassergraben wieder neu angelegt.

 

 

Vor dem Neubau der jetzigen Pfarrkirche hatte Niederleis nur eine Kapelle im Dorf, die sich auf dem Platz der jetzigen Pfarrkirche befunden hatte. Die damalige Pfarrkirche stand im jetzigen Kirchenfriedhof, also weit außerhalb des Ortes. Sie wurde "Feldkirche" oder "Maria im Felde" genannt. Im Jahre 1800 übernahm Joseph Th. Prunner das Amt des Pfarrers von Niederleis. Er hatte eine heikle und schwierige Aufgabe vor sich: Sowohl die Dorfkapelle, als auch die Pfarrkirche befanden sich ineinem sehr schlechten Bauzustand. Dieser Umstand war schon Jahrzehnte bekannt, Entscheidungen wurden aber hinausgeschoben. Im Jahre 1809 brach in der Sakristei der Feldkirche ein Brand aus. Dies erzwang eine sofortige und endgültige Entscheidung. In den Jahren 1809 und 1810 wurden Feldkirche und Kapelle abgetragen. Am 21. August 1811 erfolgte die Grundsteinlegung für die neue Pfarrkirche. Baumaterial wurde teilweise auch aus den Trümmerberg der ehemaligen Feldkirche geholt. Pfarrer Prunner selbst war beim Bau der neuen Kirche rastlos und unermüdlich tätig. Im Jahre 1814 konnten schließlich die Bauarbeiten abgeschlossen und die neeuePfarrkirche von Fürsterzbischof Sigismund von Gerlachstein geweiht werden.

 

In dem Buch: "Darstellung des Erzherzogthums Oesterreich unter der Ens"
von Freiherr Friedrich von Schweickhardt aus dem Jahre 1835 wird der Ort folgendermaßen beschrieben:

 

 

 

 

 

 

nodendorfDer Ort Nodendorf wurde erstmals zwischen 1120 und 1130 als „Nadendorf“ erwähnt. Im Ort befand sich eine Herrschaftsmühle (Heiligenkreuz), deren Standort mit der Hausnummer 11 (Mühle mit angeschlossener Schmiede) lokalisiert werden konnte. Am Ortsende gegen Süden stand bis in die Zwanzigerjahre ein Ziegelofen ( 2 Gebäude sind noch erhalten). Die 1928 anstelle einer Holzkapelle errichtete Ortskapelle ist der Mutter Gottes geweiht. Im Norden der Ortschaft erhebt sich ein mächtiger Tafelberg, der Oberleiser Berg mit 457 m.

 

 

 

Friedrich von Schweickhardt: 

 

 

Josephinische Landesaufnahme 1763-1787

 Franziszeischer Kataster 1819-1833

 Franziszeischer Kataster 1819-1833